Meyer's 1570/1600 manuscript - a transcription.

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Roger N
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Meyer's 1570/1600 manuscript - a transcription.

Post by Roger N » Tue Sep 14, 2010 7:38 am

The GHFS polearms study group has decided to work from Meyer this term and is using both Forgeng's translation, the original text and Die Freifechter's transcription in this study. Here is the transcription. Eventually, we may add videoclips showing our interpretation of each stucke.

This is basically borrowed from Die Freifechter's site, with some very small corrections here and there. I'll add more as, and if, I find them.
http://www.hauppauge.de/~freifechter/meyer.html

I am working on adding all material. Halbe Stange is ready now and Helleberten and Lange Spiess will be added as soon as possible.

The images are included in two manners, one as in the manuscript, and the other as they are mentioned in the text.

I will note ambiguities and faults I find in Forgeng's translation as I find them and I have found one omission thus far.

It may also be of interest to compare with Jakob Sutor's text about polearms, since it relies heavily on Meyer's manuscript. However a noteworthy difference, is that Sutor includes a stucke for flail, which Meyer to my knowledge does in no manuscript, even though it is shown with the two boys in Image M, and in the first image of the 1560 manuscript.

http://www.hauppauge.de/~freifechter/sutor_88-104.html

The original from 1570 can be found here:
http://www.hroarr.com/manuals/liechtena ... r-1570.pdf

The reprint from 1600 can be found here:
http://www.hroarr.com/manuals/liechtena ... r_1600.pdf

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Das fünffte unnd lerste theil dises Buchs

in welchem gelehrt und auffs kürtzest gehandelt wirt /
von dem Fechten in der Stangen / Helleparten /
unnd vom langen Spieß.


Diese drei Wehr hab ich derenhalben zusamen in ein Figur gatiert / dieweil der Spieß seiner lenge halben und nach der perspectiva sich also oben in Figuren am besten geschickt hat / derenhalben dieweil dann ein jede Figur wie bißher auch geschehen / mit einem sondern Buchstaben vermerckt / sol sich der fleissige Leser das nicht jtzen lassen / unnd willalso die halbe Stangen als ein fundament aller langen Wehren / zum ersten für die hand nehmen / und erstlich anzeigen wie vil der Leger demnach wie du dieselbigen ins werck richten solt / lehren und beschreiben.

Von den Legern oder Huten.

Der Leger aber sein fürnemlich fünffe / nemlich die Oberhut / gerad ubersich vor dir außgestreckt unnd zu beiden seiten / demnach die Underhut auch zu beiden seiten / ferner so hastu auch zwo Nebenhuten und ein Mittelhut / letztlich die Steirhut.

Oberhut.
In die Oberhut schicke dich also / stand mit dem lincken Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hinderen theil an deiner Brust / also das der vordern ort gerad ubersich gegen dem Himmel stande / wie du nun solche gerad vor dir anschickest / also soltu sie auch zu beiden Seiten in das werck richten / und ob du wol allwegen mit dem lincken Fuß vor bleiben solt / so mustu doch mit den Füssen nicht zu weit von einander kommen / auff das du mit dem lincken Fuß alwegen ein fürtrit haben könnest.

Underhut.
Die mach also / stand aber mit dem lincken Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hindern ort an deiner weiche / und mit dem vordern ort vor dir außgestreckt auff die Erden / wann du nun also den hindern ort an deiner rechten Weiche behaltest / so gilt es demnach gleich ob du den vordern ort zur Lincken oder Rechten oder gerad vor dir außgestreckt haltest / oder führest / welches außstrecken du wandlen magst / eintweders nach seinem herstechen oder nach deinen fürgenomenen Stucken.

Nebenhut und Mittelhut.
Zu deren schicke dich also / stand mit dem rechten Fuß vor / halt dein Stangen mit dem mitleren theil auff deiner lincken Hüfft / also daß das kurtzer ort unnd hinder ort gegen dem Man / das lenger aber hinder dir außstehe / beut jhm also die recht Seiten wol dar / wie dich dich das under Bild in der Figur A. zur Rechten hand lehrt / die Mittelhut ist die gerade versatzung vor dem Mann / daraus man dann am meisten ficht.
meyer-art-of-combat-1570-polearms-A.jpg
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Steurhut.
In diese schicke dich also / stand mit dem lincken Fuß vor / unnd halt dein Stangen mit dem vorderen ort für deinem lincken Fuß auff die erden / und den hindern ort mit außgestreckten Armen vor deinem gesicht ubersich / allerding wie du solches an dem anderen Bild zur Lincken hand in obgedachter Figur sehen kanst / Auch soltu dieseHut also machen / stand mit dem Rechten Fuß vor / und halt dein Stangen hinder dir / auch mit dem vordern ort auff die erden / so bistu geschickt zum streich.

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Von dem anbinden und der Stangen Versazungen auch jhrer Theilung.

Die Stangen wirt auch in vier theil getheilt / gleichfals wie bißher von andern Wehren gelehrt / Derenhalben hastu auch vier anbind / und geschicht das erste anbinden am vordern oder eussern theil der Stangen / Das ander vor der hand / welche er in der Stangen vor führet / Das dritte in der mitte der Stangen / Das vierdte aber wirt durch das einlauffen mit dem hindern ort zu wegen gebracht / auff solche theilung und anbinde soltu sonderlich acht nehmen unnd haben / dann es sonst sorglich ist / wo man sich nicht befleißt in einem jeden theil des selbigen zugehörete stuck zu Fechten / als nemlich im ersten theil und anbind die schleg und fliegende stöß / im andern die bleiben Winden und nachreisen / und ferner in den andern die einlauffen und Ringen.

Der Versatzung aber in der Stangen seind fürnemlich auch wie der anbinden vier / deren dann die erste mit dem vorderen theil deiner Stangen von beiden seiten / Die ander vor der hand / die dritte in der mitte / und die vierte mit dem hindern ort volbracht wirt / Dieweil aber solche alle in stucken gnugsam zu verstehn / ist ohn von nöten von deren eim jeden in sonderheit zuhandeln.

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Stucke 1 - Oberhut.
Im zufechten schicke dich in die Oberhut / und nim wahr als bald er dir gegen deiner Lincken seiten zu sticht / so trit du auff dein Rechte seiten von seinem stoß aus / und Stich mit jhm zugleich hinein / im hinein stechen aber / so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen / so felt er mit seinem stoß / und triffestu mit dem deinen.

Stoßt er dir aber gegen deiner Rechten / so trit aus seinem stoß gegen deiner Lincken seiten / und stoß abermal wie vor gleich mit jhm hinein.
NOTE: The italicized line is not included in Forgeng's translation.


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Stucke 2 - Das ander stuck auß der Oberhut.
Merck / im zufechten schicke dich in die Oberhut / Sticht er als dann auff dich her es sey unden oder oben zum leib / so trit jhm (wann er dir zu einer seiten hersticht) aus seinem stich gegen der andern seiten / und schlag gleich in solchem austretten von oben nider auff sein vordere hand /und merck fleissig in dem er dieselbige zuckt / so stoß gerad vor dir hin gegen seinem gesicht.

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Stucke 3 - Ein anders / wie du jhm von Oben nider durch seine Stangen
Schlagen / und wider ubersich außreissen / unnd mit einer
hand nach schlagen solt.


Im zufechten schicke dich in die Oberhut zur Lincken / das ist das dein Stangen mit dem vordern ort / oder langeren theil uber deiner Lincken Achsel auffstehe / trit also mit dem lincken Fuß vor zu jhm / stoßt er gegen deiner Brust oder deinem gesicht zu / so spring wol aus seinem stoß gegen seiner Rechten seiten / und schlag jhm mit deiner Stangen (die du dann zu beiden henden gefast behalten solt) von Oben nider / auff die mitte seiner Stangen gantz durch / also das du durch solchen schlag mit deiner Stangen in die rechte Underhut komest / von deren (wo er ferner deinem gesicht aber zu würde stechen) Reiß mit halber schneid wider ubersich gegen deiner Lincken Achsel / gleich mit in dem du also ubersich reissest / so gibe mit deiner lincken Hand deiner Stangen den schwung / in disem schwung laß die lincke Hand ab von deiner Stangen / unnd schlage mit einer hand von deiner Rechten uberzwerch gegen seinem schlaff / der oberschlag sampt dem Riß sollen behend auff einander geschehen / als bald und in dem dieser schlag antrifft / so ergreiff mit deiner lincken Hand dein Stangen wider / und verzucke die in die gerade Versatzung.

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Stucke 4 - Ein anders.

Merck wann du jhm also nun von Oben durch sein Stangen geschlagen / und dernach auch wider von Unden ubersich ausgerissen hast / und mit deiner lincken Hand sampt dem vordern theil deiner Stangen wider ubersich komen bist / so wende als bald dein Rechte hand zu sampt dem hindern ort auch ubersich / unnd lasse dieselbige weil / dein vordern ort mit der lincken hand neben deiner Lincken zur seiten aus wider undersich sincken / unnd wende hiemit den vordern lengern theil deiner Stangen widerumb von unden ubersich gegen seiner Rechten / dises alles muß in einem huy geschehen / stoß als dann ferner mit einem austrit gerad gegen seinem gesicht / aber hab acht das du nicht allein im hinein stossen dein rechte Hand wider undersich zu deiner Brust wendest / sondern dieselbige auch wol an deiner Brust und inwendig an deinem lincken Arm im stossen für dir hin zu jhm hinein schiebest /
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also hastu aus der Oberhut erstlich wie du austretten und mit jm zugleich stossen solt / Zum anderen jm sein Stangen von oben nider ausschlagen und nachstechen / Zum dritten wie du jhm gegen seiner Stangen von oben nider durchbrechen / unnd von unden ubersich ausreissen / auch wie du letztlich ein verführten stoß machen solt / gelehrt.

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Stucke 5 - Wie du aus der Underhut mit jhm zugleich Hinein stechen solt.

Merck / wann du nun also im zufechten dein Rechte hand sampt dem hindern ort deiner stangen / an deiner Rechten weiche haltest / und dein vordern ort mit wol fürsich nach gehencktem leib / vor deiner Rechten zur seiten aus auff der erden ligen hast / so nim war als balt er gegen deinem gesicht hersticht / so trit mit deinem Rechten Fuß gegen deiner Rechten seiten auß / unnd mit deinem Lincken ferner gegen seiner Lincken zu jhm / stiche jhm also in dem er seinen stoß herführet / oberhalb seinem Lincken Arm zu seinem gesicht / auch soltu hiemit in dem du also mit jhm hinein stossest / deinen Kopff wol von seinem herfliegenden stoß uber dein Stang gegen deiner Rechten seiten undersich sencken / so bistu desterbas versetzt.

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Stucke 6 - Ein anders / wie du jhm sein stoß auszschlagen /
unnd nach stossen solt.


Im zufechten schicke dich abermals mit wol fürsich gebogenem Kni / also das dein oberer leib der Stangen wol nach gesenckt sey / in die Underhut wie vor / unnd merck als bald er her stoßt / so schlage jhm seine Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken in einem ruck aus / bis in die gerade versatzung / unnd ehe dann er sich von solchem stos wider erholt und ermant / so stos jhm mit einem aussprung gegen seinem gesicht.

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Stucke 7 - Ein anders.

Merck wann du dich im zufechten in die Lincke Underhut verfallen hast / und er schlecht dir mit einer hand von Oben herein gegen deinem Kopff / so fahre mit beiden Armen ubersich auff / mit solchem aufffahren spring jhm wol under seinen streich hinein / versetze jhm also seinn schlag zwischen dein beide hend auff dein Stangen / als bald unnd in dem der schlag auff dein Stangen bocht / und noch im zusamen rühren ist / so zuck mit deiner Rechten hand den hindern ort zu dir / auch lasse hiemit den vorderen ort undersich sincken / führe jm dasselbige zwischen seinen beiden henden under seiner Stangen zum leib / und stosse jhm also underhalb seiner Stangen zwischen seinen beiden henden / für sein Brust / in dem du aber also hinein stossest / so wende deinen hinderen ort zu sampt deiner Rechten hand wider undersich / gegen deiner Brust / auff das du mit derselbige den stoß hart an deiner Brust / und inwendig an deinem Rechten arm hinein führen könest / nach volbrachtem stoß soltu behend mit dem band wider an seiner Stangen sein / damit du dich dester baß vor seinem nachfechten schützen mögest.

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Stucke 8 - Wie du jhm aus der Lincken Underhut auß seinem stoß
weichen / und mit jhm zugleich hinein stossen solt.


Im zufechten trit mit deinem Lincken fuß vor / halt dein hindern ort sampt der Rechten hand in der Rechten weiche / unnd lasse den vordern ort deiner Stangen gegen deiner Lincken ein wenig zur seiten aus / vor dir ausgestreckt auff der erden ligen / unnd merck aldo als bald dein gegenfechter auff dich her stoßt / so trit mit deinem Rechten fus hinder deinem Lincken zur seiten aus / ein wenig gegen seiner Rechten seiten / und in dem du deinen Rechten fus im hinder tretten noch also nider setzest / so trit eilents mit deinem Lincken fus auch gegen seiner Rechten seiten fürter zu jm / und stoß jhm oberhalb seinem Rechten arm (in dem er her stoßt) gegen seinem gesicht.

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Stucke 9 - Wie du jhm seinen stoß von deiner Lincken Underhut ausschlagen und nach stechen solt.
Oder wann du auff gemelte weiß in der Rechten Underhut stehest / so trit abermals wie vor / in dem er her sticht gegen seiner Rechten seiten aus seinem stoß / und schlag jhm gleich mit seine Stangen von deiner Lincken gegen deiner Rechten ab / demnach stosse jhm behend abermals wie vor ( ehe dann er sich wider erholt ) gegen seinem gesicht.

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Stucke 10 - Wie du mit Langer schneide von deiner Lincken ubersich außnehmen / und durch die Rosen wider von deiner Rechten unden auff gegen seinem gesicht stechen solt.

Im zufechten schicke dich in die Underhut zur Lincken wie vor / stost er dann auff dich her / so fahre mit beiden Armen auff / und schlage jm seinen stoß mit dem vordern theil deiner Stangen von deiner Lincken ubersich / gegen deiner Rechten mit Lnager schneide aus / also das du in solchem ausschlagen mit deiner Stangen gantz ubersich durch kommest / wende demnach dein Stangen wider neben deiner Rechten von unden auff / und stich von derselbigen wider ubersich gegen seinem gesicht.

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Stucke 11 - Wie du jhm sein Stangen außrucken und nach stechen solt.

Merck wann du im zufechten in der Underhuten eine kommest / unnd er nicht arbeiten noch stossen will / so laß dich mit geberden mercken und ansehen / als woltestu dich aller erst umb sehen was dir für stuck zu Fechten seyen / als bald und in dem er aber sein Stangen also von jhm ausstreckt / so rucke jhm die in einem uhnversehenen ruck oder schlag aus / unnd stoß jhm behend (all dieweil er nach mit seiner Stangen vom genomnen stoß daumelt) gegen seinem gesicht / in disem ausschlagen soltu fleissig wahr nehmen / das du dich (wie nechst auch angeregt) nicht mit deiner Stangen dem ausschlagen nach zu weit auff die seiten verfahrest / sonder schlage jhm die seine (wie gelehrt) in einem ruck aus / auff das du mit deiner Stangen behend wider gerad vor seinem gesicht seyest / und also den stoß volbringest ehe dann er sich wider ermant.

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Stucke 12 - Wie du auß der Mittelhut fechten solt.

Im zufechten schicke dich in die Mittelhut / auff solche weiß wie das grosser Bild in hievor getruckter Figur A. zur Rechten hand anzeigt / unnd nim wahr als bald du jhn erlange kanst / so wirff jhm dein Stangen mit deiner Rechten hand uberzwerch durch sein gesicht / zu solchem wurff gibe deiner Stangen mit deiner Lincken hand ein starcken schwung / unnd laß dieselbige hiemit von der Stangen ab / auff das deine Stangen in disem wurff dester geschwinder durch sein gesicht und umb dein Kopff fliegen könne / in dem aber / das dein Stang also durch sein gesicht und umb dein Kopff fleugt / so trit auch mit deinem Lincken Fuß fürt zu jhm / unnd greyff under des / dieweil dein Stangen im herumb fliegen noch in der lufft ist / mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen / und schlage jhm zum andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch das gesicht / auch gegen seiner Stangen durch wo er die vor jhm führet / dieser schlag soll mit beyden henden verricht werden / also das du nach endt des schlags in die Rechte Underhut kommest / dieweil dein Stangen aber also in disem schlag in die Underhut verfallet / wirt er dir behendiglichen gegen deinem gesicht (welches dann mit solchem verfallen enblöst wirt) herstossen / deren halben so trit mit deinem Rechten Fuß eilents auff dein Rechte seiten / unnd stoß mit jm zugleich auch gegen seinem gesicht hinein / doch das du im hinein stossen die Lange schneide sampt dem hindern theil der Stangen gegen der seinen gewendet / unnd deinen Kopff wol aus seinem stoß uber dein Stangen entzuckt habest / so bistu versetz.
Oder nach dem du also durch disen schlag in die Rechte Underhut verfallen bist / und er deiner gegebenen Blösse zu stost / so Reisse mit halber schneide jhme sein herfliegende stangen ubersich / gegen deiner Lincken Achsel aus / zugleich mit solchem Ausreissen führe dein Stangen oben umb dein Kopff / und schlage jhm von deiner Rechten aussen uber seinem Lincken Arm / disen schlag soltu auch mit beiden henden herumb führen / hie zwischen hab acht ob er dir (dieweil du disen schlag also herumb führest) zum gesicht stossen wolle / so bald er dann solches thut / so führe den hinderen ort im herumb fahren dester niderer vor deinem gesicht herumb / unnd lasse den schlag dester geschwinder fliegen / versetzt er dir aber den schlag mit hangender Stangen / so merck in dem dein Stang auff die seine bocht oder felt / so bald wend auch den hindern ort ubersich / und stoß jhm ober oder underhalb seiner Stangen zum leib.
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Stucke 13 - Ein anders / wie du dich vor jhm verkehren / oder ubergeben / ausnehmen und nachschlagen solt.

Im zufechten schicke dich auff obgemelte form / in die Mittelhut zur Lincken seiten / unnd trit also bald mit deinem Lincken Fuß hinder deinem Rechten zu jm / also das du in solchem umbwenden / jhme den Rucken zu wendest / in dem du dich aber also vor jhm umbwendest / wirt er dir eilents gegen deinem gesicht herstechen / in meinung das zu ereylen / derenhalben so erhebe in solchem hindersich treten dein beide hend zu sampt dem hinderen theil deiner Stangen / also das das vorder theil derselbigen gegen der erden hanget / behendiglich .ubersich ausgestreckt gegen seiner Lincken / und schlag jhm in solchem deinem umbwenden / seinen herkommenden stoß mit deiner hangenden Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken zur
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seiten aus / und laß die selbige durch ein schwung vollend umb den Kopff fahren / in dem du aber also mit deiner Stangen herumb fahrest / so laß die Lincke hand (nach dem du mit derselbigen deiner Stange einen sterckern schwung gegeben hast) ab / und schlag mit einer hand einen starcken geschwinden streich zu seinem Lincken ohr / Dises ist ein geschwind stuck / welches im ersten angriff wol angeht / dan mit deinem umbwenden reitzestu jhn zu stossen / stost er ddann / so nimstu jhm gleich in solchem umbwenden sein Stangen aus / und triffst jhn gewiß / so er ernstlichen gestossen hat.
Diese bißher gelehrte stuck aus den seiten Legern / hab ich darumb erstlich setzen wollen / damit wann du durch Verschlagen / Verstossen oder Versetzen in derselben eines ankomen werest / dich dester füglicher wissest wider zu ermanen / auch dich in folgende stuck dester baß wissest zu richten / dann in disen langen Wehren komstu gleichfals wie auch in bißher verrichten Wehren / in vollem Fechten jmmer aus einem in das ander / in welchen du dich demnach nicht lang erst bedencken must was dir zu thun sey / sonder mit den nechst fürfalleten stucken fürtringen.
Nun in die gerade Versatzung aber / wie ich sie hie genent hab / schicke dich im zufechten also / wie dich die zwen bossen in hievor getruckter Figur fürbilden und lehren.

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Stucke 14 - Das erste stuck im eussersten anbinden.
So du jhm mit deinem eussersten theil deiner Stangen an das eusserste der seinen anbindest / so truck jhm dieselbige in einem uhnversehenen starcken ruck zur seiten aus / soch also das du mit der deinen dem austrucken nach nicht verfahrest / sonder stoß jm behendiglichen / von seiner Stangen ab / für dir hin zu seinem gesicht / un das eilents ehe dan er sich vom austrucken erholt hat.

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Stucke 15 - Ein anders / wie du nach dem außrucken durchfahren und auff der andern seiten stossen solt.
So du aber in solchem ausrucken gewahr wirst / das er mit seiner Stangen so behend wider ankompt / also das du jhn mit gelehrtem stoß nit ereylen kanst / so thu jhm also / Ruck jm seine Stangen abermal auff ein seiten wie vor auch / und laß dich mercken als woltestu wie vor stossen / aber als bald und in dem er mit seiner Stangen wider her zu gegen deiner eylet / in meinung deinen stoß zuversetzen / so fahr du dieweil er noch herwischt / under derselbigen seiner Stangen durch / und stoß jhm auff der andern seiten mit einem aussprung eilents unnd gewaltig zum gesicht / Dises ist ein geschwinder durchgang / wann du einem also sein Stang ohnversehens außruckest / demnach behend unden durch fahrest / und auff der andern seiten hinein stost.

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Stucke 16 - Ein anders / wie du jhm die Stangen außrucken / und zu seinem fürgesetzten bein schlagen solt.
Im zurechten bind jhm von deiner Lincken hand / mit deinem eussersten theil an das eusserste seiner Stangen / und truck jhm die in einem unversehenen ruck gegen seiner Lincken hand auß / unnd zucke dein Stangen behend wider zu ruck / gegen deiner Lincken umb deinen Kopff / laß hiemit dein Lincke hand von der Stangen ab / unnd schlage mit einer Hand von deiner Rechten starck uberzwerch / mit einem weiten zutrit deines Rechten fusses durch sein füß / ergreiffe demnach dein Stangen dieweil dieselbige im streich noch also durch fahrt / wider mit deiner Lincken hand / und schlage als dann den andern mit beiden henden / von deiner Lincken schlims gegen seiner Rechten achsel durch / also das du nach ende des schlags in die rechten Underhut kommest / von deren stoß jhm nach obgeschriebener form zu seinem gesicht.
Oder wann du also zu seinem fürgesetzten bein uberzwerch durchschlechst / so schauw das du dein Stangen im durchschlagen wider auff deiner Lincken seiten mit deiner Lincken hand ergreiffest / als bald du die ergriffen hast / so zuck dein hindern ort zu deiner Rechten and dein Brust / und mit der Lincken fahr wol mit ausgestrecktem Arm in die Stangen hinein / in dem du aber dein hend also in der Stangen von einander zeuchst / so wende dein Stangen gegen seiner / und schlag jm dieselbige (in dem er her stöst) auch auß / also das du dein Stangen gewaltig und starck mit außgespanenem Lincken Arm wider in die gerade Versatzung bekommest / und stoß als dann behendiglich gerad für dir hin zu seinem gesicht nach.

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Stucke 17 - Ein stuck wie du den Hirnschlag machen solt.

Den treib also / im zufechten binde jm mit deinem eussersten theil deiner Stangen in sein eusserste an / aldo laß dich mit geberden mercken als sehest du dich ernstlich umb / wo oder wie du jhm gegen seinem gesicht stechen wollest / als bald er das mercken wirt / so wirt er fleissig war nehmen auff dein abgohn / auff das er dir behend in dem du abgehest nach stossen könne / Derhalben wann du dich am aller ernstlichen stellest / sam du alben zu stechen wollest / so ruck dein hindern ort eilents ubersich / und mit der Lincken hand aber schwing die Stangen zu ruck / gegen deiner Lincken umb den Kopff / unnd schlag jhm also mit einer hand ohnversehens gerad von oben zu seinem Kopff / unnd ob er under dessen schon herstechen wirde / so geht jhm derselbige doch nicht an / dann du bist jhm zu geschwind mit dem schlag auff seinem Kopff / Diese und derglechen stuck stand den mehren theil in der Practick / nemlich da du dein wider fechter mit ohnversehener behende ubereylest / wann er sich dessen am wenigsten versicht.

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Stucke 18 - Ein anders mit dem schoefferstreich.

Merck wann du deinem gegenmann wie bißher gelehrt / angebunden hast / so verkehre dein Rechte hand heimlich an deiner Stangen / unnd verführe jhn dieweil mit geberden / auff das er dein fürnemen nicht mercke / als dann wan er sich des am wenigsten versicht / so trit mit dem Rechten Fuß eilents zu jm / und schlag hiemit uber die hand einen gewaltigen und geschwinden streich / gerad von Oben zu seinem Kopff / also das du mit deinem obern leib dem schlag nach wol undersich gesenckt standest / fahre als dann behendiglich mit deiner Stangen wider auff / unnd trit zugleych auch mit deinem Rechten fuß wider zu ruck / auch greyff underdes mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen / damit du dich wider mit versatzung stercken mögest / Zu dem vorgehenden Hirnschlag / Zu disem Schöfferstreich kanstu dir auch raumen / nemlich wann du jhm die Stangen erstlich ausruckest / oder jhn sonst mit andern stucken hinderst / auff das du jhn mit dem Schöfferschlag ereylest ehe dann er wider auffkompt.

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Stucke 19 - Wie du von seiner Stangen umbschlagen und uberschiessen solt.

Weyter wann du im zufechten sein eusserste theil der Stangen mit deinem eussersten erlangen kanst / und er ist dir hart an deiner Stangen / unnd hab ach als bald er dir mit gewalt zur seiten austrucken will / so zuck dein Stangen behendiglich (in dem er dir solche außtruckt)
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NOTE: Image C is shown, but the text refers to Image G.

umb deinen Kopff mit beiden henden / und schlag jn mit solcher aussen uber seinen Lincken Arm / mit einem außtrit zum Kopff / als bald dieser schlag antrifft / so schiebe dein Stangen eilents uber die seine nach bey seinen henden / wie du solches in der Figur G. hernach gezeichnet sehen kanst / wan du jhm also sein Stangen gefast und gespert hast / so bagstu jhm also dann mit dem hindern ort eingehn und stossen / oder mit dem langen theil für sein gesicht schlagen / fehrt er aber mit dem ort auff / und arbeit sich under deiner Stangen herfür / so folge jm von unden nach / es sey mit stossen Winden oder trucken.
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Stucke 20 - Wie du jhm durchgehn solt.

Merck ist dein gegen fechter mit seinem band hart ahn deiner Stangen / und truckt von jm / so fahr unden durch / und stoß auff der andern seiten / Oder in dem er dir also dein Stangen austruckt mit seinem harten anbinden / so fahr abermal hart an seiner Stangen (dieweil er noch also truckt) unden durch / und Ruck jhm die mit einem neydlichen schlag von der andern seiten auß / und stoß behendiglich nach / ehe dann er sich ermant hat.

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Stucke 21 - Ein anders.

Bindet dir einer hart an dein Stangen / so halt jhm mit deinem band hart wider / truckt er auch gegen der deinen / so fahr eilents unden durch / und thu sam du stossen wolltest / thus aber nicht sonder zuck wider unden durch / unnd stoß jhm zu der seiten gegen welche du jhm erstlich angebunden hast.

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Stucke 22 - Wie du in den Banden fehlen leren solt.

Das mercke fleissig wan du einem von deiner Lincken seiten angebunden hast / so nim fleissig wahr und fühle eben / als bald er von deinem Band abgeht / es sey unden durch oder sonst zu arbeiten / so stosse jhm dieweil er noch also abgeht / gerad für dir hin gegen seinem gesicht.

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Stucke 23 - Ein anders ist der bruch auff das vorige.

Wenn du im Band gewahr wirst / das dir dein gegen Fechter auff dein abgehn acht nimpt / und dir dieweil du abgehest zur Blöß stossen will / so laß dich mit geberden mercken als wollestu ernstlich von seiner Stangen abgehn und stossen / und wann du vermeinest das er sich am aller besten zum nachstossen geschickt hab / so gehe mit deiner Stangen gehlingen auff di seite aus / ab / von der seinen / sam du wie gesagt stossen wollest / thus aber nicht / sonder in dem er mit seinem stoß hereylet / so schlag jhm den auff die seiten aus / und stoß als dann erst vervollen hinein / dann wann er so gehlingen hereylet / kanstu jhm sein Stangen leychtlichen ausnemen / und jhn wol ereylen ehe er sich wider erholet.

Also soltu auff mercken und wahrnemen / was dein gegen Fechter auff dich Fechten und treiben wolle / das du jhn eben in seinen eigenen stucken fangest / als nechst hievor an disem der dann geneygt wahre bald nach zustechen / Derenhalben mustu dich vor demselben fürsichtlich unnd gewahrsam blössen / unnd zu solchem blössen dich mit geberden also stellen / als wehre dir das ungefehr unnd unwissen widerfahren / oder habest dich deinem begirigen stoß nach mit unwillen verfallen / auff das er hiedurch dester ehr unnd begirlicher zu stossen angereitzt werde / mit welchem stossen oder schlagen er sich selber vergibt unnd blöst / als fast das er so behendt schwerlich wider auff komen und sich erholen mag / ehe dann du jhn ereylet habest / Dises aber wirt in der Helleparten noch weiter durch Exempel ausgeführt werden.

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Stucke 24 - Ein verfueher stuck.

Im zufechten wann du mit einem angebunden hast / und keiner will von des andern Stangen abgehn / so stich jm mit ernsthafften geberden zu seinem fürgesetzten fuß / damit blössestu dein gesicht / zu welchem er behendiglich her stossen wirt / als bald und in dem er dann herstost / so tritt du mit dem vordern Fuß zur seiten aus / folge mit dem Rechten / und stoß jhm von unden uberhalb seiner Stangen (in dem dieselbige zum stoß herfleugt) gegen seinem gesicht / und entzucke jhm auch hiemit deinen Kopff wol von seinem stoß hinder dein Stangen / so triffestu jhn (dieweil er noch hersticht) in sein gesicht / Oder wann du jhm zu seinem Fuß stöst oder schlechst / und er dieweil deinem gesicht zu stost / so schlage jhm sein herfliegenden stoß aus / und springe zugleich in solchem ausschlagen zur seiten aus seinem stoß / und stoß behend und eilents nach.

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Stucke 25 - Wie du mit einer hand aussen uber seinen Lincken arm zu seinem gesicht stossen / mit dem hindern ort durchwinden / und zur Rechten achsel schlagen solt.

Hastu einem vornen von deiner Lincken gegen seiner Rechten angebunden / er aber ligt still und arbeit nicht / so trit mit deinem hindersten Rechten fuß auff dein Rechte seiten / und gehe hiemit auch mit deinem vordern ort hart an seiner Stangen unden durch / unnd stoß jhm behents und ohnversehens von deiner Rechten uber seinem Lincken arm zu seinem gesicht / im hinein stossen aber / so laß die Lincke hand von der Stangen / und gib die Rechte seiten dem stoß wol nach / auff das du von uberzwerch dester weiter hinein langest / in solchem stossen wende die rechte hand mit sempt dem hindern theil der Stangen ubersich gegen deiner Lincken / und zuck dein Stangen hiemit umb dein Kopff / auch spring in disem umbzucken behends auff dein Lincke seiten / schlage jhm also schlims gegen seiner Rechten achsel / Dieser schlag zu sampt dem stoß sollen behends auff einander und zusamen getrieben werden / spring als dann zu ruck / auff das du dein Stangen wider sicher mit deiner Lincken hand aufffangen und ergreiffen mögest.

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Stucke 26 - Ein anders / wie du mit dem stoß durchwinden solt.
Dem thu also / im zufechten so du jhn in gerader versatzung findest / so stoß jhm gericht von deiner Rechten gegen seiner Lincken hand / die er dann in der Stangen vor führet / im anfang aber / so laß dich doch mit geberden mercken als woltestu jhm in sein angesicht stossen / wann du nun mit deinem vordern ort nahet an sein hand komest / so fahre under seiner Stangen durch und trit hiemit auch mit deinem Lincken fus wol gegen seiner Rechten seiten aus / in solchem aus tretten nim dein Kopff wol mit / und wende also deinen vordern ort im durchstossen aussen uber seinem Rechten Arm zum gesicht / im hinein stechen aber / wende dein Rechte offene hand wol ubersich / an deinem inwendigen Lincken arm hinein / so gehet der stoß desto dieffer.

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Stucke 27 - Ein künstlichen und geschwinden stoß gegen dem der nicht arbeiten / sonder starck in der versatzung ligt zu brauchen.

Merck wann du im zufechten deinen gegenpart in gerader Versatzung findest / so schicke dich auch also / und laß dich mit geberden mercken / als woltestu dich aller erst umbsehen was dir zu fechten sey / under des aber / wann er sich dessen am wenigsten versihet / so trit mit deinem rechten Fuß eilents gegen seiner Lincken seiten aus / und stosse jhm oberhalb seiner Lincken hand (die er dann in der Stangen vor führet) gerichts seiner Brust zu / doch also das du sein Stangen mit der deinen nit rührest / in disem stoß führe dein Rechte hand wol gegen deinem Lincken arm / und auff demselbigen hinein / zu dem so wende hiemit dein Lincke offene hand ubersich umb / so geht der stoß dester dieffer / und triffst eben auff solche weiß an / wie dir solches an dem Bilde zur Lincken hand in der Figur E. fürgestelt.
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Stucke 28 - Ein anders / wie du mit einem stoß ubersich durch sein gesicht stossen.

Tringet dein gegenfechter im band auff dich / so bleibe mit deiner Stangen auch hart an der seinen / als bald jhr beide so nahet komen seind / also das die Stangen im anfang des anderen theils zusamen rühren / so bleibe under des mit dem band hart an seiner stangen / und stosse den hindern ort mit deiner Rechten hand von dir / also das dein vorderer ort auff seiner Stangen gegen seiner Rechten achsel aussehe / zu dem so trit auch mit deinem Rechten Fuß wol auß gegen seiner Lincken seiten / und stosse jhm mit deiner Stangen (doch das du mit deren hart auff der seinen bleibest) gegen seienr Rechten achsel / im hinein stossen aber / wende dein Rechte hand mit dem hindern ort wider zu dir / gegen deiner Brust umb / also das deine Finger an deiner brust und die offene hand oben stehe / wann du also / dieweil du mit deiner Stangen hart auff der seinen bleibest / gegen seiner Rechten achsel stossest / und im hin stossen dein hinder ort wider zu dir wendest / so gehet dein stoß ubersich / und triffst jhn in sein gesicht / er muß aber sehr behendt und mit sterck ins werck gericht und volführet werden.

Zugleich mit disem stoß führe dein Stangen mit beiden henden ubersich / und schlage behend von oben nider gegen seinem gesicht wider nider / in solchem schlag aber / spring mit deinem rechten Fuß noch ferner gegen seiner Lincken seiten umb.

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Stucke 29 - Ein anders / wie du vor jhm hart an seiner Stangen fehl stechen / und lang nachschlagen solt.

Im zufechten komme nicht zu nahet auff den Mann / und merck in dem er nicht arbeiten will / so stosse jhm gegen seiner Rechten seiten / hart an seiner Stangen hinein / als bald er den stoß wehrt / und gegen seiner Rechten abweist / so lasse dein Stangen neben seiner Rechten ablauffen / und zuck die mit der Rechten hand umb den Kopff / und schlage jhm mit einer hand ein geschwinden streych zu seinem Lincken ohr.

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Stucke 30 - Ein guter streich im ubergehen.

Den treib also im zufechten / so bald du jhm sein eusserste theil der Stangen / mit deinem eussersten erlangen kanst / so behalt dein vordern ort gerad vor seinem gesicht / und wende dich in dessen wol auff dein Rechte seiten / also das du jhm den rucken zuwendest / und in dem du jhm den rucken darwendest / dieselbige weil trit auch mit deinem Rechten fuß hinder deinem Lincken zu jhm / mit solchem trit wende dich für vollen auff dein Rechte seiten umb / und schlag mit einer hand / nemlich mit deiner Rechten hinden herumb / gerad von oben zu seinem Kopff / Dieser schlag geht sehr wol an wann du jn recht machest / dann ob er wol in dem du dich zum streich umbwendest herstöst / so kann er dich doch nicht langen / dieweil du jhm an seinem...
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... vordersten ort angebunden hast / und ob er dich schon erlanget / so rühret er dir blößlich den Rucken / du aber triffst jhn gewiß wann er herstöst / auch laufft der streych so geschwindt / das er vor demselbigen zu keinem stoß kommen kann / du magst auch in solchem umbwenden den streych uberzwerch von der mitte herführen.

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Stucke 31 - Ein anders / mit einem Mittelschlag.

Also / wann du im zufechten sein Stangen vornen mit deinem vorderen theil erlangen kanst / so zucke dein Stangen gehlichen umb deinen Kopff / und schlage mit einer hand uberzwerch von deiner Rechten gegen seinem Lincken ohr / zu solchem streich trit mit deinem Rechten Fuß wol gegen seiner Lincken seiten zu / unnd in dem dein streich antrifft / so greiff mit deiner Lincken hand hart vor deiner Rechten wider in die Stangen / und zeihe dieselbige dein Stangen mit deiner Rechten hand wider an dein Brust / in dem du aber also dein Stangen an dich zeuhest / so fare mit der Lincken hand für dir hin in die Stangen hinein / wo weit biß dein Arm ausgestreckt auff deiner Stangen lige / und also die Lincke hand (als ein schilt) auff der Stangen vor deinem gesicht führest.

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Stucke 32 - Die stöß verzucken.

Wann du deinem gegen fechter vornen angebunden hast / oder in der Versatzung vor jhm stehest / und er nicht arbeiten will / so stosse jhm ernstlichen zum gesicht / mit einem weitern zutrit deiner Lincken Fusses / und mercke under des fleyssig / so er bereit ist deinen stoß ab zutragen unnd zu versetzen / so volführe denselbigen nicht / sondern zucke den eylents wider zu dir durch dein Lincke hand / also das du dieselbige Lincke hand gantz aus gestreckt vor deinem gesicht habest / zugleich in dem du also dein Stangen wider zu dir zeuchst / so stelle dich mit ernsthafften geberden / als woltestu unden durchgehn / und auff der andern seiten stossen / zu solchen verzucken und geberden / mustu deinen vordern Fuß meisterlichen auff heben und wider nider setzen / auff das es nicht anders scheine / dann als stechest du alben zu auff der andern seiten schon daher / aber in dem er jetzt deinem stoß entgegen zur seiten ausfehrt / denselbigen ab zuwenden / so stosse du nur wider gerad für dir hin an das selbige ort / davon du erstlich gezuckt hast / Dises alles sol behendiglichen zugehn / und mit allen umbstenden ernstlich volbracht werden.
Wann er aber vor dir arbeiten und auff dich herstossen würde / so setze jm den stoß mit deiner Stangen in einem ruck ab / und führe dem absatz oder der versatzung behend ein stoß nach / aber auff dem weg in dem du hinein stossest / so zucke den selbige wider / sam du abermal unden durch stossen wolltest / so wirt er demselbigen eilent begegnen wollen / in dem er aber der andern seiten zuwischt / in meinung zuversetzen / so stosse gerad vor dir hin abermal an das ort von welchem du gezucket hast.
Mit disen gezuckten stössen kanstu auch alle Leger brechen / Exempel also / findestu deinen widerfechter in der Underhut zur Lincken / so stosse jhm gerad gegen seinem gesicht / und nim war in dem er mit seiner Stangen auffehrt dein stoß aus zuschlagen / so zuck den ohnvolbracht ein wenig wider an dich / und fahr behends unden durch / und stoß jhm auff seiner Lincken seiten (dieweil er noch im ubersich fahren ist) uber seinem Lincken arm zum gesicht / fehrt er deienr Stangen aber nach / so fahr wider unden durch / und das so lang biß du dein gelegenheit ein Blöß zu ereylen ersihest.

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Stucke 33 - Winden.

Bindet dein gegenmann von seienr Lincken gegen deiner Rechten / hart an dein Stangen / und tringt mit gerader Versatzung hart auff dich hinein / also das du mit keinem stuck von seiner Stangen abweichen darffest / so bleib mit dem Band hart vor seiner hand an der Stangen / tringe mit dem vordern ort gegen seinem gesicht / auff das er gezwungen werdt auff zufahren / so bald er mit seiner Stangen ein wenig auff in die höhe kommen ist / so bleib mit dem vordern ort in dem allem gleichwol nach an seiner / und mit dem hindern winde jm behendiglichen von deiner Rechten gegen seiner Lincken / oben uber die seine / truck jhm die undersich / und schlag jhm mit dem vordern theil (also das dein Lincke hand uber dein Rechte kom) auff sein Kopff / wie dir solches die mitlern bossen in der Figur D. hievor anzeigen.
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Stucke 34 - Ein anders.

Im zufechten binde jhm von deiner Rechten seiten gegen seiner Lincken starck an sein Stangen / und arbeite jhm mit dem vordern theil abermals gegen seinem gesicht / damit er gezwungen werde sein Stangen etwas in die höhe zu führen / als bald und in dem er noch ubersich auffehrt / so bucke dich / und spring mit deinem Rechten Fuß hinein zu jhm under sein Stangen / under des bleibe gleichwol mit dem vordern theil hart an seiner Stangen / und mit dem hinderen theil gehe mit solchem zusprung under der seinen durch / unnd wend mit demselbigen auff seiner Rechten seiten uber sein Stangen / so kompt das vorder ort hernach / mit welchem schlage jhn auff seinen Kopff / oder trucke mit deinem hindern ort (in dem du ubergewunden hast) undersich / und reisse mit demselbigen zugleich auch auß / stoß jhn mit dem vordern ort gegen seinem gesicht / ist er aber so starck im ubersich trucken / also das du jhm sein Stangen mit deinem hindern ort nicht undersich zwingen kanst / so winde jhm den vordern theil (in dem du mit dem hindern darzu getrungen / aufffahren must) von unden auff / dieweil er ubersich tringt / neben seinem Rechten arm zu seim gesicht / wo er dir aber (in dem du mit deinem hindern ort uber seine Stangen windest) mit seinem hindern ort aufffahren und oben uberwinden wollte / so wende eilents von deiner Lincken / mit deinem vordern theil gegen seiner Rechten / uber seinem Rechten arm hin uber umb sein Kopff / und faß jhn mit deiner Stangen umb seinen halst / ruck hiemit auff dein Lincke seiten zu dir.

Oder bind jhm von deiner Rechten gegen seiner Lincken an / und bleib also mit deinem vordern theil hart an seiner Stangen / mit dem hindern ort aber wende in einem zu tritt deines Rechten fuß / von unden zwischen sein hand und Stangen hinein / Reiß damit ubersich aus / wie dir solches die mitlern bossen in nach getruckter Figur F. anzeigen / arbeite als dann ferner nach deinem vortheil.
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Item binde jhm von deiner Lincken gegen seiner Rechten / hart vor seiner hand in sein Stangen / bleib mit demselbigen vordern ort hart an seiner Stangen / unnd mit dem hindern widne jm (mit einem zusprung deines Rechten fusses) uber seiner Stangen / und uber sein Rechte achsel umb sein halß / trit under des nach ferner mit deinem Rechten fuß hinder sein Lincke / wirff jhn uber dein Recht bein / wie du solches in hievor getruckter Figur C. sehen kanst.
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Stucke 35 - Ein Stangen nehmen.
ES begibt sich offt das beide Stangen in der mitte zusamen gebunden werden / wann sich nun solches mit dir begibt / so bleib mit deiner Stangen an der seinen / und lasse dein Linck hand ab / verkehr die / und greiff damit beide Stangen / und fahre demnach mit dem hindern ort under seiner durch / truck also mit der Rechten hand ubersich zu dir / so muß er die lassen / oder wan du jhm mit deinem Rechten fuß hinder tritst / fallen.

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Stucke 36 - Treiben.

Das ficht also / wann du im zufechten mit deinem Rechten fuß vor bist / desgleichen auch die Lincke hand in der Stangen vorführest / so erhebe dein Stangen mit beiden henden ubersich gegen deiner Lincken achsel / schlage also (mit einem nach fernern zutrit deines Lincken fusses) gegen seiner Rechten / von oben an seiner Stangen zu seinen Fingern starck durch / biß in die rechte Underhut / mit wol nach gehencktem leib / als dann Reisse starck wider ubersich durch sein Stangen / biß wider in die Lincke Oberhut / er stosse hie zwischen wann er wolle / so nimstu jhm solche mit dem von oben niderschlagen / und von unden ubersich ausreissen aus / dises treib ein streich drey / vier oder fünffe / mit sterck von unden zusamen / so lang biß du dein gelegenheit zu stossen ersihest.

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Stucke 37 - Ein stuck aus dem Treiben.

Im zufechten so bald du den Mann erlangen kanst / als bald treibe schlims von oben und unden / wie nechst gelehrt starck zusamen / wann du nun ein streich vier getrieben hast / so thu zum letsten als woltestu abermals gantz ernstlich unnd stercker dann vor / gegen seiner Rechten achsel schlagen / aber im herab schlagen / so führe dein Stangen lüstig behendiglich hart an seiner Stangen unden durch / unnd trit in solchem durchfahren wol gegen seiner Lincken seyten aus / stoß also in dem du durchgangen bist / von der andern seiten uber seinem Lincken arm zu seinem gesicht.

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In allem Fechten nim fleissig war / das du dich in keinen weg abreytzen oder verführen last / auch deine stöß ohn sonderlichen vortheil im Vor nicht ledig stossest / findestu aber deinen gegen fechter in einer solchen Hut darinnen er dir ein Blöß dargibt / so soltu jhm nicht freffel zu derselbigen stossen / sonder schauwen ob du jhn mit verzuckten stössen auffbringen / demnach durchwechseln mögest / wo er aber in seinen fürgenomenen Legern zu lang verharret / so kanstu jn ohnversehens wol ereylen / wann er sichs am wenigsten versihet / hastu jhm aber angebunden / und darffest aber entblössens halben nicht wol (im Vor) stossen / folführe einen stoß hart an seiner Stangen hinein / und füle im hinein stossen eben / ob er dir wölle deinen stoß ausnemen oder ausschlagen / als bald du das entpfindest / so gehe mit deinem stoß unden durch / und hilffe seiner Stangen vollen gegen der seiten / gegen welcher er dir ausgeschlagen hat / oder stoß jm dieweil er nach ausschlecht auff der ander seiten hinein / empfindestu aber das er mit dir zugleich stossen will / so biß nicht zu geh mit deinem stoß / sonder verhalt den fein heimlich oder ohnmerksam / so lang biß er im vollen herstossen ist / als bald er dann herstöst / so führe jm seine Stangen in deinem hinein stossen aus / als dann stosse deinen angehebten stoß für vollen hinein / Also soltu in allen stucken nicht zu geh sein / sonder auffmercken was er für habe auff dich zufechten / damit du jhm dester füglicher begegnen könnest.

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Ein anders aus dem durchfahren.

Treibe abermals wie vor durch sein Stangen / einmal zwey / und wann er sichs am wenigsten versihet / so falle gehlingen under seiner Stangen durch / unnd reisse jhm demnach eylents sein Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken undersich aus / und laß hiemit dein Stangen umb den Kopff fahren / und schlage mit einer hand lang nach / Ehe dann ich aber mit dieser Wehr schliesse / will ich zu voren di andern auch uberlauffen / und durchgehn / dieweil ohne das diese drey Wehr aus einem grund gefochten werden.
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Roger Norling

Quarterstaff instructor
Gothenburg Free Fencers Guild

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Chief editor HROARR
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